Afghanistan – Berichte aus einem konfliktgeladenem Land

Afghanistan war schon immer Spielball, aber auch „Friedhof, der Großmächte, so z.B. der Briten, der Russen unter der Zarenherrschaft, den Sowjets, den USA. Seine vielfältigen ethnischen Gruppen in dem gebirgigen Land mit zerklüfteten Tälern, in denen verschiedene Clanchefs herrschen und sich diverse Terrormilizen, wie die IS oder Al Qaida verstecken, aber auch die unterschiedlichen Religionsgruppen der Sunniten (vor allem unterstützt durch Pakistan) und Schiiten(vor allem unterstützt durch den Iran), sind Ursachen auch für die vielfältigen inneren Konfliktbereiche. Nicht zuletzt haben vor allem die umliegenden Regionalmächte ein großes Interesse an diesem ehemaligen Königreich, das viele Schätze wie Kupfer, Gold oder Lithium beherbergt. Auch China verfolgt im Rahmen des Seidenstraßen-Projekts, vielfältige Ambitionen mit diesem Land. Spannend waren die fundierten Ausführungen des Jugendoffiziers, Julian Ströbl, der die Schüler:innen der Stufe 13 der IGS Maifeld zunächst über die interessante Geschichte des Landes und die dort stattgefundenen Stellvertreterkriege informierte.

Wieso kam es 2014 zu einer drastischen Reduktion der internationalen Truppen in Afghanistan? Was stand in dem Abzugsabkommen zwischen den USA und den Taliban, das in Doha (Katar) – ohne die offizielle afghanische Regierung – verhandelt worden ist? Weshalb kam es zu einer schnellen Übernahme der Taliban nach Abzug und vor allem Evakuierung von ausländischen Truppen und Gruppen? Wer verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Taliban“? Diese und weitere Fragen sorgten für konzentrierte Aufmerksamkeit im Lernprozess. Nicht zuletzt waren es die persönlichen Erlebnisse des Jugendoffiziers, der als Journalist der Bundeswehr mehrmals in Afghanistan stationiert gewesen war, die die Schüler:innen gebannt zuhören ließen. Die enorme Instabilität der Region und die überall lauernden Gefahren, die auch den Standort der bundesdeutschen Soldaten betrafen, wurden lebendig gezeichnet. So musste Julian Ströbl auch sehr viele diesbezügliche Fragen der Schülerinnen und Schüler beantworten. Internationale Friedens- und Sicherheitspolitik, vor allem aus der Perspektive Deutschlands und der EU, fand großen Anklang bei den angehenden Abiturienten (Leistungskurs Sozialkunde von Frau Langen und  Grundkurs Sozialkunde/Erdkunde von Frau Schwenk. Der Grundkurs 13 durfte einen eigenen Vortragstermin wahrnehmen).