Schüler informieren sich vor Ort: Besuch bei der „Tafel“ in Polch

Frau Feller, ehrenamtliche Leiterin der Tafel in Polch, und Frau Michels-Proft, hauptamtliche Kraft der Caritas, begrüßten die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe der IGS Maifeld in Polch zu einer Erkundung der Tafel und des dazu gehörigen Kleiderladens. Von schulorganisatorischer Seite zeichnete sich die Lehrerin Sandra Hoffmann für dieses interessante Projekt verantwortlich.

Jeden Mittwoch kommen zwischen 100 und 120 Familien von der Untermosel und dem Maifeld nach Polch, die nachweislich Unterstützung im Kauf von Lebensmitteln, aber auch von Kleidung und Schuhen sowie Hausrat benötigen. Es handelt sich größtenteils um Gruppen, die sozial und wirtschaftlich benachteiligt sind, aber auch um Flüchtlinge. Mit großem Engagement von über 60 Ehrenamtlichen und einem sehr herzlichen und liebevollen Umgang mit Menschen in Armut und Not ermöglicht es die Tafel, dass den Menschen noch etwas von ihrem knappen Geld übrig bleibt, um am sozialen Leben teilnehmen zu können. „Wir helfen, damit die betroffenen Familien ein Stück Lebensqualität zurück gewinnen“, so Frau Feller. Die Tafel ist jedoch viel mehr, als nur die Verteilung materieller Güter. Weit besser trifft die Bezeichnung „Begegnungsstätte“ zu, da die Menschen hier Gehör finden, Rat erhalten und weitergehende Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt bekommen.

Dass die Menschen hier willkommen sind, merkt man schnell am angebotenen Kaffee, einem Plätzchen hier, einem netten Gespräch dort. Aktuelle Zeitungen, aber auch Bücher, liegen zum Lesen oder Ausleihen aus. Für die vielen „ehrenamtlichen Fahrer“, die aus den verschiedenen Regionen Fahrdienst für Flüchtlinge und Bedürftige übernommen haben, steht ein extra Aufenthaltsraum zur Verfügung, um sich bei einer Tasse Tee oder Kaffee auszutauschen.

Die Tafel wurde hier in der Region 2005 ins Leben gerufen, obwohl die Tafel sich heute „Tafel Mayen, Ausgabestelle Polch“ nennt. Die Idee geht auf eine Firmgruppe zurück, die beschämt darüber war, dass junge Mitschüler z.B. nie ein Pausenbrot dabei hatten. Im Pfarrheim wurden dann Lebensmittel gesammelt, woraus dann die heutige große Aktion, „die Tafel“ entstanden sei, so Frau Michels-Proft. Sie zitierte auch aus einem relativ neuen Buch eines Obdachlosen, der seit 12 Jahren auf der Straße lebt und der schon in mancherlei Abgründe geschaut hat und besonders der Polcher Tafel mit großer Dankbarkeit verbunden ist.

Mit drei eigenen Kühlfahrzeugen fahren wöchentlich die fleißigen Helfer die umliegenden Geschäfte an, um die aussortierten Lebensmittel in Empfang zu nehmen. Diese werden dann vorsortiert und fachgerecht gelagert. Die „Kunden“ zahlen später alle einen kleinen Geldbetrag für die Lebensmittel. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr beeindruckt von der Organisationsgröße, dem vielfältigen Angebot der Tafel und vor allem von der freundlichen, mitmenschlichen Ansprache. Mit ihrer schnellen und unbürokratischen Hilfe lindert die Tafel Polch die Folgen von Armut in unserer reichen Gesellschaft. Die jungen Besucher der IGS Maifeld waren sich nach der intensiven Führung einig, dass die Tafel eine riesige Bereicherung für Menschen darstellt, die Kraft zum „Leben und Weitermachen“ benötigen. „Ich werde mich auf jeden Fall bei einer geplanten Sammelaktion für die Tafel Polch, z.B. in Ochtendung – vielleicht an einem Samstag – beteiligen“, so eine Schülerin voll Begeisterung.

Die Gruppe vor dem katholischen Pfarrgemeindehaus, in dem die „Tafel“ untergebracht ist.

Verfasst am 27. März 2019 von SLangen in Allgemein