IGS-Schüler besuchten die NS-Tötungsanstalt Hadamar

Über 60 Schülerinnen und Schüler der Stufen 8,9 und des Geschichte-Leistungskurses der MSS-Stufe 12 der IGS Maifeld besuchten mit ihren Fachlehrerinnen und Fachlehrern bzw. Klassenleitungen (Frau Ferrand, Herr Strotzer, Herr Pause und Frau Kreter) die Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg.

Hier wurden in den Jahren 1941 bis 1945, im Rahmen der sogenannten Aktion T4, etwa 15.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in einer Gaskammer, durch tödliche Injektionen und Medikationen sowie durch vorsätzliches verhungern lassen ermordet.

Die beiden Studentinnen, Frau Kalaber und Frau Wagner, führten die sehr betroffenen Jugendlichen durch die Gedenkstätte, d.h. zur Gaskammer, zum angeschlossenen Krematorium, aber auch zur abgeschirmten Busgarage. Hier kamen aus insgesamt 9 sogenannten Zwischenanstalten die zu ermordenden Menschen, auch Kinder, aus den Heilanstalten der preußischen Provinzen Hessen-Nassau, Westfalen, Hannover und der Rheinprovinz, sowie der Länder Hessen, Baden und Württemberg an. Ärzte, Schwestern und Pfleger standen dann für das grausige nationalsozialistische Euthanasie-Programm bereit; die Ermordung erfolgte in der Regel am gleichen Tag nach der Ankunft in Hadamar.

Ausführlichen Frage-Antwort-Gespräche lieferten den Mädchen und Jungen aus dem Maifeld auch Hintergrundinformationen zur juristischen Aufarbeitung der Verbrechen durch Gerichte nach dem 2. Weltkrieg: Todesurteile wurden vollstreckt, aber auch Freiheitsstrafen, teilweise lebenslänglich, wurden verhangen.

Im Geschichtsunterricht werden nun weitere Erforschungen und Erinnerungen aus der NS-Zeit besprochen.

Verfasst am 16. Januar 2019 von SLangen in Allgemein